Ja, ein Kamado kann das ganze Jahr über draußen stehen. Die meisten Kamados bestehen aus Keramik oder hochwertigem Stahl und sind von Natur aus gegen wechselnde Witterungsbedingungen beständig. Dennoch gibt es einige Maßnahmen, die die Lebensdauer deines Kamados erheblich verlängern – besonders in den Wintermonaten. In diesem Artikel beantworten wir die häufigsten Fragen dazu, ob man einen Kamado draußen lassen kann, und geben Tipps zu Pflege und Schutz.
Was passiert mit einem Kamado bei Frost und Kälte?
Ein Kamado aus Keramik ist grundsätzlich frostbeständig, aber extreme Temperaturschwankungen stellen das größte Risiko dar. Wenn Feuchtigkeit in die keramischen Wände eingedrungen ist und gefriert, kann das Material von innen heraus reißen. Dieser Vorgang wird als Frostschaden bezeichnet und ist der Hauptgrund, warum im Winter zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen sinnvoll sind.
Kamados aus Stahl oder Gusseisen sind in dieser Hinsicht weniger anfällig für Frostschäden, können jedoch schneller rosten, wenn sie über längere Zeit Feuchtigkeit in Kombination mit Minustemperaturen ausgesetzt sind. Die Kombination aus Feuchtigkeit und Kälte ist also der eigentliche Feind – nicht die Kälte an sich.
In der Praxis bedeutet das Folgendes:
- Sorge dafür, dass das Innere des Kamados vollständig trocken ist, bevor die Temperatur unter null sinkt
- Schließe die Lüftungsöffnungen gut ab, um das Eindringen feuchter Luft zu begrenzen
- Nutze den Kamado auch im Winter regelmäßig, denn ein angeheizter Kamado trocknet sich von innen heraus
- Überprüfe nach einer Frostperiode die keramischen Innenwände auf kleine Risse
Ist ein Kamado regen- und feuchtigkeitsbeständig?
Ein Kamado ist für den Außeneinsatz konzipiert und hält Regen stand, aber eine dauerhafte Feuchtigkeitsbelastung ist nicht ideal. Keramik ist von Natur aus porös, was bedeutet, dass sie Wasser aufnimmt. Wenn diese Feuchtigkeit keine Möglichkeit hat zu verdunsten, kann es zu Schimmelbildung, Verfärbungen oder im Winter zu Frostschäden kommen.
Die Metallteile – wie Scharniere, Rost und Lüftungsschieber – sind anfälliger für Rost als der keramische Körper selbst. Regelmäßiges Benutzen hilft dabei: Jedes Mal, wenn du den Kamado anheizt, verdunstet eventuell vorhandene Feuchtigkeit, und die Metallteile werden durch die Hitze geschützt.
Steht der Kamado längere Zeit ungenutzt, ist eine gute Abdeckung der wirksamste Schutz gegen Regen und Feuchtigkeit.
Braucht man eine Schutzhülle für den Kamado?
Eine Schutzhülle ist keine absolute Pflicht, wird aber von nahezu allen Herstellern dringend empfohlen. Eine gute Kamado-Schutzhülle schützt vor Regen, Laub, Vogelkot und UV-Strahlung und verlängert damit die Lebensdauer sowohl der Keramik als auch der Metallteile.
Achte bei der Wahl einer Schutzhülle auf folgende Punkte:
- Wasserbeständigkeit: Wähle eine Hülle aus beschichtetem Polyester oder Canvas, die Wasser abweist, anstatt es aufzusaugen
- Belüftung: Eine Hülle ohne Lüftungsöffnungen kann Feuchtigkeit einschließen und dadurch Schimmelbildung begünstigen
- Passform: Eine maßgefertigte Hülle für dein Kamado-Modell schließt besser ab und wird bei Wind weniger leicht weggeblasen
- UV-Beständigkeit: Auch im Sommer schützt eine Hülle die Außenseite des Kamados vor Verfärbungen durch Sonnenlicht
Verwende die Schutzhülle nur, wenn der Kamado vollständig abgekühlt und außen trocken ist. Eine Hülle über einen warmen oder feuchten Kamado zu ziehen, bewirkt das Gegenteil des Gewünschten.
Muss man einen Kamado im Winter einlagern?
Nein, ein Kamado muss im Winter nicht unbedingt drinnen eingelagert werden. Die meisten Kamados sind robust genug, um das ganze Jahr über draußen zu stehen – vorausgesetzt, sie werden gut abgedeckt und regelmäßig benutzt. Das Einlagern in einem trockenen Schuppen oder einer Garage ist jedoch eine Option, die die Lebensdauer weiter verlängern kann, insbesondere bei Kamados mit vielen Metallteilen.
Wer den Kamado draußen lässt, tut gut daran, ihn an milden Wintertagen einfach zu benutzen. Grillen im Winter ist mit einem Kamado problemlos möglich – dank seiner keramischen Wände hält er die Wärme hervorragend, auch bei niedrigen Außentemperaturen. Regelmäßige Nutzung ist sogar besser für den Kamado als monatelanges Stehen unter einer Schutzhülle.
Entscheidest du dich dennoch, den Kamado drinnen einzulagern, achte darauf, dass er vollständig abgekühlt, innen und außen trocken ist und dass die Lüftungsöffnungen offen bleiben, damit sich keine Feuchtigkeit ansammeln kann.
Wie pflegt man einen Kamado für das ganzjährige Benutzen?
Gute Pflege ist der Schlüssel zu einem Kamado, der das ganze Jahr über zuverlässig funktioniert. Es geht dabei nicht um aufwendige Maßnahmen, sondern um einige feste Gewohnheiten, die du bei jeder Nutzung anwendest.
Befolge diesen grundlegenden Pflegeplan für das beste Ergebnis:
- Nach jeder Nutzung: Lass den Kamado bei hoher Temperatur ausbrennen, um Fett- und Speisereste zu verbrennen. Das hält das Innere sauber und verhindert Schimmelbildung.
- Monatlich: Entferne die Asche aus dem Aschebehälter und überprüfe die Lüftungsschieber auf Rost oder Klemmen. Öle sie bei Bedarf mit einem hitzebeständigen Öl ein.
- Saisonal: Überprüfe die Dichtungen rund um den Deckel. Verschlissene Dichtungen lassen Wärme und Feuchtigkeit durch, was die Effizienz senkt und den Verschleiß beschleunigt.
- Jährlich: Untersuche die Keramik auf Risse, insbesondere nach einem strengen Winter. Kleine Haarrisse sind normal, größere Risse können jedoch strukturelle Schäden verursachen.
- Vor längerer Nichtnutzung: Reinige den Kamado gründlich, lass ihn vollständig trocknen und decke ihn mit einer geeigneten Schutzhülle ab.
Den Rost und das Deflektorsystem kannst du nach der Nutzung mit einer Stahlbürste reinigen oder bei hoher Temperatur einbrennen lassen. Vermeide aggressive Reinigungsmittel auf der Keramik, da diese die Oberflächenstruktur beschädigen können.
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