Ja, auf einem Kamado lässt sich hervorragend Pizza backen. Ein Kamado erreicht mühelos Temperaturen zwischen 300 und 400 Grad Celsius, was mit einem traditionellen holzbefeuerten Pizzaofen vergleichbar ist. Dadurch backt man eine knusprige, authentische Pizza in nur wenigen Minuten. In diesem Artikel beantworten wir die am häufigsten gestellten Fragen rund um Kamado-Pizza – vom Vorheizen über die Teichwahl bis hin zu typischen Fehlern.
Wie heizt man einen Kamado für Pizza vor?
Heize deinen Kamado auf mindestens 300 Grad Celsius vor, idealerweise zwischen 350 und 400 Grad. Dies dauert in der Regel 45 bis 60 Minuten. Öffne die Luftschieber unten vollständig und lasse auch die Oberseite weit offen, bis die gewünschte Temperatur erreicht ist. Schließe die Schieber danach teilweise, um die Temperatur stabil zu halten.
Ein häufiger Fehler ist, zu früh anzufangen. Gib dem Kamado ausreichend Zeit, wirklich auf Temperatur zu kommen – einschließlich des darin liegenden Pizzasteins. Ein kalter Stein führt zu einem ungleichmäßig gebackenen Boden. Verwende ein zuverlässiges Thermometer, um die tatsächliche Temperatur zu messen, denn das eingebaute Thermometer am Deckel zeigt oft einen niedrigeren Wert an als die tatsächliche Temperatur am Stein.
Welcher Pizzastein eignet sich am besten für einen Kamado?
Ein dicker Cordierit- oder Keramik-Pizzastein mit mindestens 2 bis 3 Zentimeter Stärke eignet sich am besten für einen Kamado. Diese Materialien nehmen viel Wärme auf und geben sie gleichmäßig an den Teig ab, was für einen knusprigen Boden ohne verbrannte Stellen sorgt. Vermeide dünne Steine aus minderwertigem Material, da diese bei extremen Temperaturen reißen können.
Lege den Stein immer in den Kamado, bevor du mit dem Vorheizen beginnst. So erwärmt sich der Stein allmählich mit und du vermeidest Temperaturschocks. Manche Kamado-Nutzer platzieren den Stein auf einem erhöhten Rost, um näher an die Wärmequelle zu gelangen, wodurch die Oberseite der Pizza schneller gart. Experimentiere mit der Höhe, um das beste Ergebnis für deinen spezifischen Kamado zu finden.
Wie lange dauert das Pizzabacken auf einem Kamado?
Bei einer Temperatur von 350 bis 400 Grad Celsius ist eine Pizza auf dem Kamado in 3 bis 6 Minuten fertig. Je höher die Temperatur, desto kürzer die Backzeit. Eine dünne neapolitanische Pizza ist bei 400 Grad bereits in 2 bis 3 Minuten gar, während eine dickere Pizza mit mehr Belag etwas länger braucht.
Behalte die Pizza während des Backens gut im Blick, denn bei diesen hohen Temperaturen kann der Übergang von perfekt zu verbrannt schnell gehen. Verwende eine Pizzaschaufel, um die Pizza auf halbem Weg um eine Vierteldrehung zu drehen. So gart die Pizza gleichmäßig, auch wenn es Temperaturunterschiede im Kamado gibt. Die Pizza ist fertig, wenn die Ränder goldbraun sind und der Käse vollständig geschmolzen ist.
Welcher Teig eignet sich am besten für Kamado-Pizza?
Ein klassischer neapolitanischer Pizzateig mit langer Gehzeit eignet sich am besten für einen Kamado. Dieser Teig besteht aus Mehl mit hohem Proteingehalt (Typ 00), Wasser, Salz und einer kleinen Menge Hefe. Indem man den Teig 24 bis 72 Stunden im Kühlschrank gehen lässt, entwickelt er ein komplexes Aroma und eine luftige, elastische Struktur, die hohen Temperaturen gut standhält.
Verwende Mehl mit hohem Glutengehalt für die besten Ergebnisse. Mehl mit ausreichend Gluten sorgt für einen Teig, der sich dünn ausrollen lässt, ohne zu reißen, und der beim Backen am Rand schön aufgeht. Vermeide Teig mit zu viel Zucker oder Fett, da dieser bei den hohen Temperaturen eines Kamados als Pizzaofen schnell verbrennt.
- Tipo-00-Mehl: fein gemahlen, hoher Proteingehalt, ideal für dünne Böden
- Lange Gehzeit: mindestens 24 Stunden für optimales Aroma und optimale Struktur
- Wenig Hefe: eine kleine Menge reicht bei langer Gehzeit aus
- Kaltes Wasser: verhindert, dass der Teig beim Kneten zu schnell aufgeht
- Salz: verstärkt den Geschmack und gibt der Glutenstruktur Stabilität
Was sind typische Fehler beim Pizza backen auf dem Kamado?
Die häufigsten Fehler beim Pizza backen auf einem Kamado sind eine zu kurze Vorheizzeit, ein zu kalter Pizzastein und zu viel Belag auf der Pizza. Diese drei Fehler führen zu einem schlaffen, ungleichmäßig gebackenen Boden. Außerdem öffnen viele Anfänger den Deckel zu oft, wodurch die Temperatur sinkt und die Backzeit deutlich zunimmt.
Hier sind die häufigsten Fehler im Überblick, damit du sie vermeiden kannst:
- Zu kurze Vorheizzeit: Gib dem Kamado und dem Stein mindestens 45 Minuten Zeit, um auf Temperatur zu kommen.
- Zu viel Belag: Eine überbeladene Pizza gart nicht gleichmäßig und macht den Boden nass.
- Deckel zu oft öffnen: Jedes Mal, wenn du den Deckel öffnest, verlierst du wertvolle Wärme.
- Teig nicht auf Zimmertemperatur: Kalter Teig aus dem Kühlschrank lässt sich schwer ausrollen und gart ungleichmäßig.
- Kein Hartweizengrieß oder Mehl unter dem Teig: Ohne eine leichte Bestäubung bleibt die Pizza an der Pizzaschaufel kleben.
- Falsche Holzkohle: Verwende hochwertige Holzkohle oder Briketts, die lange und gleichmäßig brennen, für eine konstante Temperatur.
Kann man auch eine Außenküche für Kamado-Pizza nutzen?
Ja, eine Außenküche ist eine hervorragende Umgebung, um Kamado-Pizza zuzubereiten. Wenn du deinen Kamado in eine Außenküche integrierst, verfügst du über eine stabile Arbeitsfläche zum Vorbereiten des Teigs, Platz für Zutaten und einen praktischen Arbeitsbereich rund um den Kamado. Das macht den gesamten Prozess komfortabler und effizienter, besonders wenn du mehrere Pizzen hintereinander backst.
Ein freistehender Kamado auf einer Terrasse funktioniert gut, aber eine integrierte Aufstellung bietet klare Vorteile. Alles ist griffbereit – von der Pizzaschaufel bis zum Belag – ohne dass man ständig in die Küche laufen muss. Außerdem macht ein in eine stilvolle Außenküche eingebauter Kamado einen professionellen Eindruck und steigert das Erlebnis des Outdoor-Kochens erheblich.
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